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Die Geschichte von Bornum geht weiter - Seite 2


„Da war schon wieder ein Vampir“ klang die helle, noch unschuldige Stimme des Jungen. „Nein, da ist keiner, nur Dunkelheit. Und was hast du über Dunkelheit gelernt?“ „Da gibt es Schatten und Schatten können aussehen wie Monster, sind es aber nicht.“ „Richtig, bist ein kluger Junge.“ Die Mutter strich ihm über die Haare und versuchte, ihre aufkommende Panik zu unterdrücken, ihren Herzschlag zu verlangsamen. Sie wusste nicht viel über Vampire, aber sie glaubte an sie.

Seit einer Woche wusste sie nun, dass es die dunkle Seite gibt, dass es sie schon immer gab und dass sie in ihrer eigenen Welt lebten. Der Nachtwelt. Ihr Freund, besser gesagt Freund-Anwärter, entpuppte sich als einer, verriet sich, wollte sie beißen! Sie schloss ihre Augen, um das alles zu vergessen und zu verdrängen. Meine Güte, er hatte ihr Blut trinken wollen! Sie war in Panik verfallen, hatte um sich geschlagen, getreten, was nur ging. Dann schlug das Monster seine spitzen Zähne in ihren Hals und fing an ihr Blut zu trinken.

Doch dann veränderte sich etwas. Das Monster verharrte, zuckte zurück und hielt sich seinen Hals, er schien keine Luft mehr zu bekommen, irgendwas schien ihn zu vergiften. Er stolperte zurück, seine Haut wurde aschfahl und seine Haare ergrauten wie im Zeitraffer. Vandea starrte ihn verwirrt an und fasste an ihren Hals, wo der Vampir sie gebissen hatte. Sie fühlte Blut, ihres. Und sie fühlte die beiden Löcher, welche der Vampir hinterlassen hatte. Der Vampir, noch Kurzem hatte sie ihn als neuen Freund in Erwägung gezogen und jetzt nannte sie ihn schon Vampir. Was war das, ein Vampir? Gut sie kannte die Mythen und Geschichten, aber dass es sie wirklich gab, war ihr nie in Gedanken gekommen. Jetzt wusste sie es, jetzt stand – oder besser lag – der Beweis vor ihr!

Sie kniete sich nieder und blickte in das langsam verfaulende Gesicht. Es sah uralt aus, die Haare fielen von der Kopfhaut ab, die Haut zog sich zurück, bald würde nur noch Staub über sein. Doch noch leuchteten seine lebhaften Augen. „Was bist du?“ hauchte eine staubig alte Stimme „ich bin Eure Tod“ antwortet Vandea, obwohl sie nicht wusste woher sie die Worte nahm. Sie schaffte es sogar, zu lächeln, obwohl sie am liebsten davongelaufen wäre. Ihre Knie zitterten und ihr Herz raste. Wenn das hier ein Vampir war – was war sie dann? Vor allem, wenn dieser alte Vampir nicht einmal wusste, was sie sein könnte.

„Wo ist Euer Hauptquartier?“ Fragte sie und blickte den Vampir fordernd an, doch dieser schwieg. „Okay, dann eben nicht.“ Sie fasste sich an den Hals, fühlte die Bisswunde und realisierte, dass sie schon anfing zu heilen. Sie drückte mit ihrem Fingernagel direkt in die Wunde und ließ dann etwas von ihrem Blut auf das Gesicht des Vampirs tropfen. Dieser fauchte heiser auf und Vandea merkte, wie die Haut regelrecht verdampfte.

Sie fühlte sich gut, es musste also etwas in ihrem Blut sein. Noch mehr Blut ließ sie auf das Gesicht des Vampirs fließen und wenig später löste sich der Vampir endgültig in Staub auf. Bis zum Ende hielt sie dem gequälten Blick des Vampirs stand und erlebte mit, wie seine Augen kalt und dunkel wurden, kurz bevor der Rest des Körpers zu Staub zerfiel.

Vandea ließ sich erleichtert zurücksinken und blickte zur Decke. Anschließend schaute sie sich in dem Raum um, Marten würde sie morgen erst wieder abholen. Doch hier müsste sie ein wenig aufräumen. Sie seufzte leise und ging ins Badezimmer. Die letzten Blutspuren entfernte sie schnell und dann schmierte sie sicherheitshalber noch eine Salbe auf die beiden Bissstellen, doch das war eigentlich nicht nötig. Sie wunderte sich kurz darüber, warum die Bisswunden so schnell wieder verheilten, doch so war sie eben. Ihre Wunden heilten immer sehr schnell, die gute Salbe von ihrer Mutter half dabei immer ganz gut.

„Mama?“ Marten holte sie zurück in die Wirklichkeit, sie öffnete ihre Augen und merkte, dass sie am Zielort angekommen waren. Hier mussten sie aussteigen. „Ja mein Schatz, Mammy ist wach. Komm, wir müssen.“ „Ich weiß“ Marten schaute sie prüfend an. Das war nicht mehr seine Mama. Alles hatte vor ein paar Tagen angefangen. Er hatte das Wochenende über bei Oma und Opa schlafen sollen. Es war schön, er liebte es dort. Doch dieses Mal hatte seine Mama ihn dort fast vergessen! Marten hätte es nicht bemerkt, für ihn war Zeit noch relativ. Vertief in ein Spiel mit seinen Monsterpuppen hörte er am Rande, wie sein Opa aufgeregt telefonierte. Er spitzte seine Ohren, denn er hatte seinen Namen gehört.

„Was ist los mit dir Vandea? Ist es nicht schon genug für Marten, dass du ihn immer zu uns abschiebst? Jetzt vergisst du ihn auch noch? Was kommt als Nächstes? Lässt du ihn in der U-Bahn?“ Seine Oma merkte, dass Marten dem Gespräch lauschte, und führte ihn hinaus in den Garten. „Komm, wir gehen noch mal zu den Fischen und füttern sie ein wenig.“ Marten wurde bestimmend zur Terrassentür gedrückt und blickte zurück zu Opa. Dieser hatte tiefe Sorgenfalten auf der Stirn und drehte sich weg, als er Martens Blick bemerkte. Marten drehte sich um, zuckte mit den Schultern „okay, Oma.“ Er zauberte ein Lächeln auf sein Gesicht und nahm etwas von dem Fischfutter mit.

30 Minuten später holte ihn seine Mutter ab, er war immer noch bei den Fischen und fütterte sie mit Oma. Opa hatte sich in sein Arbeitszimmer verzogen, er war wegen irgendetwas ziemlich sauer. Marten verstand das noch nicht, dachte auch nicht darüber nicht. Seine Mama war ja jetzt da und er umarmte sie wild und glücklich. „Mammy, wir haben gerade die Fische gefüttert! Schau, wie groß sie geworden sind.“ „Das ist schön. Weißt du noch, welcher deiner ist?“ „Ja, der da mit den vielen weißen Punkten. Das ist Pucky!“ „Ja, das ist Pucky. Komm, Oma hat schon deine Sachen geholt, lass uns fahren.“ „Ja Mama.“


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